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Gablitzer Trinkwasserversorgung


Wasser-Privatisierung durch die EU:
Die EU will das Trinkwasser in allen EU-Mitgliedsländern zu Geld machen. Diese Kommerzialisierung freut die Wasserkonzerne und ärgert das Volk, dass dann höhere Trinkwasserkosten bezahlen müßte.
* 10.12.2012: ÖVP-Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hat der EU-Richtlinie zur Wasserprivatisierung beim EU-Rat seitens Österreich auf Vorgabe von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) zugestimmt.
* 24.1.2013: Bei der Abstimmung zur Konzessionsvergabe im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz hat eine Mehrheit für den Vorschlag der EU-Kommission ausgesprochen (28 dafür, 10 dagegen, 2 Enthaltungen), wonach unter anderem die Wasserversorgung in den EU-Mitgliedsländern privatisiert werden soll.
* geplant im März 2013: Damit geht der Vorschlag der Wasserprivatisierung ins EU-Parlament und wird dort geplanter Weise Anfang März 2013 beschlossen werden.

Mehr dazu 
=> Wasserprivatisierung durch die EU
=> EU-Austrittspartei gegen Ausverkauf des Trinkwassers

PS: Gablitz hat die Wasserversorgung schon im Jahr 2009 an die EVN verkauft und somit "privatisiert". Insoferne betrifft Gablitz die EU-Richtlinie nicht mehr.
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Ausgangslage zur Gablitzer Bürgerbefragung 2009:

1. Das Gablitzer Wasserleitungsnetz:
* Das Gablitzer Wasserleitungsnetz wurde Ende der 1970-ziger Jahre gebaut und steht ab dem Jahr 1979 erstmals in der Gemeindebuchhaltung. Seither wurde er laufend erweitert.
* Als Anschaffungswert wird in der Gemeindebuchaltung bei der Rechnungslegung 2009 mit 3,4 Millionen Euro angegeben (das sind umgerechnet ca 46 Millionen Schilling).
* Valorisierung (Neubewertung) des Wasserleitungsnetzes mit Beschluß des Gablitzer Gemeinderates vom 6.12.2007: 6,3 Millionen Euro
* Verkaufspreis: Leitungen 115.000 Euro, Wasserzähler: 95.000 Euro, Drucksteigerungsanlagen: 40.000 Euro, in Summe Verkaufspreis 250.000 Euro
* Leitungslänge: Das Wasserleitungsnetz in Gablitz ist derzeit 41,7 km lang
* Da die Gablitzer Haushalte jährlich auch für die Instandhaltung des Wasserleitungsnetzes bezahlen, sollte das Gablitzer Wasserleitungsnetz in gutem Zustand sein.

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2. Der Gablitzer Wasserpreis:
Im Jahr 2008 kostete das Gablitzer Trinkwasser  1,87 Euro/m3 inkl. USt. Bei einem Verkauf des Gablitzer Wasserleitungsnetzes an die EVN, soll diese dann das Wiener Hochquellwasser nach Gablitz leiten. Der Wasserpreis würde dann 2,09 Euro/m3 inkl. USt kosten.

Wien: Der Wasserpreis für Haushalte in Wien betrug im Jahr 2008 1,30 Euro /m3 inkl USt.
Purkersdorf: ...

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3. Die Trinkwasserqualität in Gablitz (welcher Befund stimmt bei der EVN?) :
 
EVN Wasserbefund Gablitz, 13.10.2009 EVN Wasserqualität laut Aushang beim Gablitzer Wasserfest 19.2.2010 Wiener Wasserqualität laut Aushang beim Gablitzer Wasserfest 19.2.2010

EVN-Wasser
lt: EVN Website 10.3.2010

Probe: 13.10.2009
ph-Wert:               8,0
ges. Härte (dH):  6,6
Nitrat mg/l :          3,1
Chlorid mg/l:     <1,0
Sulfat mg/l:          3,5


EVN-Wasser
lt: Aushang Wasserfest

Probe: 13.10.2009
ph-Wert:                 7,4
ges. Härte (dH):  16,0
Nitrat mg/l :          14,0
Chlorid mg/l:        26,0
Sulfat mg/l:           58,0


Wiener-Wasser
lt: Aushang Wasserfest

Probe: 13.10.2009
ph-Wert:               8,0
ges. Härte (dH):  6,6
Nitrat mg/l :          3,1
Chlorid mg/l:     <1,0
Sulfat mg/l:          3,5

    Befunde vergrößern mit Klick ins jeweilige Bild

So wie es aussieht, schummelt die EVN. Die Werte der Gablitzer Wasserqualität die auf der EVN-Website mit Stand 10. März 2010 angegeben werden (linkes Bild, Probe vom 13.10.2009) entsprechen nicht den Werten, die die EVN für Ihr Wasser beim Wasserfest in Gablitz veröffentlicht hat (mittleres Bild, Probe vom 13.10.2009), obwohl beide Befunde das gleiche Datum haben. Vielmehr sind es genau die gleichen Werten, die für das Wiener Wasser (rechtes Bild, Probe vom 13.10.2009) angegeben werden. Am 13. Oktober 2009 konnte es  in den Gablitzer Rohren aber noch kein Wiener Hochquellwasser geben, da die Anschlußleitung nach Purkersdorf noch gar nicht fertig war. Das Wasser aus der Wiener Hochquellwasserleitung fließt nämlich erst seit Weihnachten 2009 in den Gablitzer Rohren.

Nehmen wir an, dass die Werte zum Gablitzer Wasserbefund auf der EVN-Website falsch sind und der Aushang beim Gablitzer Wasserfest richtig war. Dann zeigt sich, welch mieses Wasser die EVN  im Vergleich zum Wiener Wasser bis dato an die Gablitzer Haushalte geliefert hat. Siehe mittlere und rechte Spalte in Bezug auf Geasmthärte, Nitrat, Chlorid, Sulfat.

Bleibt zu hoffen, dass tatsächlich nun Wiener Hochquellwasser aus unseren Gablitzer Leitungen herauskommt und nicht das deutlich schlechtere EVN-Wasser.

Die Website der Gemeinde Gablitz verweist betreffend des Gablitzer Trinkwassers im Menüpunkt "Umwelt und Dorferneuerung / Wasserbefund" übrigens auf die falschen Messwerte auf der EVN-Website (Stand 10.3.2010). Offensichtlich ist die Gemeinde Gablitz nicht willens, den richtigen Befund selbst online zu stellen. Insbesondere fehlen auch die früheren Messprotokolle, damit man die Veränderungen bei der Gablitzer Trinkwasserqualität nachvollziehen könnte. Wahrscheinlich sollen das die Gablitzer & Gablitzerinnen gar nicht erfahren.

aktuelle Wiener Wasserqualität => aktuelle Befunde (1. & 2. Hochquellwasserleitung, Wasserwerk Lobau,)

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4. Die wichtigsten Aussagen von Sylvia Krasel (Liste 5)
Die Gablitzerin Sylvia Krasel ist Gegnerin des Verkaufs des Gablitzer Wasserleitungsnetzes an die EVN AG, noch dazu um den läppischen Preis von 250.000 Euro:
 

Video: Sylvia Krasel

Wasser-Bürgerversammlung Gablitz 15.1.2009 - Veranstalterin Sylvia Krasel
Video 35 MB ; ©Wien-konkret 
 

Video-Start/Stop durch 
Klick ins Bild 

 

 
 
 
 
 

 

* Syliva Krasel: „Die Frage, um die sich alles dreht ist: Wollen wir Wiener Wasser? Natürlich wollen wir Wiener Wasser. Ich glaube nicht, dass es irgend jemanden gibt, der diese Frage reinen Gewissens verneinen wird. So gesehen gebührt natürlich unserem ehrenwerten Herrn Bürgermeister ein Dank für seine Anstrengungen in diese Richtung.“
* Was bei der Abstimmung am Sonntag den 18.1.2009 sehr bedenklich sei ist, ob dabei gleichzeitig das Gablitzer Wasserleitungsnetz und dabei die Gablitzer Eigenständigkeit bei der Versorgung mit Wasser abgeben sollen.
* Fragestellung bei der Volksbefragung verwirrend, da zwei Themen in einer Fragestellung entschieden werden soll (Wiener Wasser JA / NEIN; Wasserleitungsnetz an die EVN verkaufen JA / NEIN)
* Das Gablitzer Wasserleitungsnetzes wurde von den Gablitzern errichtet. Investitionen waren in Summe ca 3 Millionen Euro. Dieses soll nun um 115.000 Euro an die EVN verkauft werden, bzw. inkl. Wasserzähler um 250.000 Euro.
* Sylvia Krasel kritisiert den auf der Website der Gemeinde Gablitz veröffentlichten Vertragsentwurf mit der EVN, mit dem das Gablitzer Wasserleitungsnetzes verkauft werden soll. Weiters kritisiert sie die Geschäftpolitik und die Eigentümerstruktur der EVN Energieversorgung Niederösterreich.
* Ein Wasserleitungsnetz bedarf einer gewissen Wartung. Das Wiener Wasserleitungsnetzes wurde 1873 unter Kaiser Franz Josef errichtet und funktioniert noch immer problemlos.

Mehr Infos unter:
=> Beitrag zum Gablitzer Wasser im Online-magazin Wien-konkret.at
=> www.krasel.at
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5. Kritikpunkte am "freihändigen" Verkauf an die EVN durch die Gemeinde Gablitz:

1. Es für die EVN als zukünftigen Wasserleitungsbesitzer keine Verpflichtung, dass dann tatsächlich Wiener Hochquellwasser in den Gablitzer Rohren rinnt. Es wurde auch keine einzuhaltende Qualitätsbestimmung über das zukünftige Trinkwasser im Vertrag aufgenommen.

2. Es gibt keine Lieferverpflichtung der MA31 (Wiener Stadtwerke) an Gablitz Wasser zu liefern. Die MA31 kann jederzeit die Lieferung von Wasser einstellen. In diesem Fall hätte Gablitz das Leitungsnetz aus der Hand gegeben und trotzdem kein Wiener Hochquellwasser.

3. Das technische und kaufmännische Gutachten zum Wasserleitungsnetz wurde vom Bürgermeister der Gemeinde Gablitz noch immer nicht veröffentlicht. Was hat er zu verheimlichen?

4. Ein Vertrag, der die EVN zur Errichtung der 2,4 km langen Anschlussleitung nach Purkersdorf Rechenfeld auf EVN Kosten verpflichtet, ist nicht bekannt oder veröffentlicht worden. Es wird nur immer davon geredet.

5. Von Seiten der ÖVP-Gablitz und SPÖ-Gablitz wird in der öffentlichen Diskussion argumentiert, dass die zu errichtende 2,4 km lange Anschlussleitung 1.850.000 Euro kostet, die die EVN übernehmen soll. Das wären 770.833 Euro je Kilometer. Die bestehenden 41,7 Kilometer Wasserleitungsnetz soll der EVN aber um lediglich 115.000 Euro – das sind lediglich 2.758 Euro je Kilometer – verkauft werden. D.h. der Gablitzer Bevölkerung wird seitens der ÖVP und SPÖ versucht einzureden, dass ein bestehender Wasserleitungskilometer nicht einmal 1% eines zukünftigen Wasserleitungskilometer wert sein soll.

6. Es gibt bei der Volksbefragung keine Abstimmungsmöglichkeit zum Thema: „Soll das Gablitzer Wasserleitungsnetz an eine private Firmen verkauft werden?“

7. Keine Ausschreibung: Wenn es schon einen Verkauf an eine private Firma geben soll, warum plant die Gemeinde Gablitz nicht eine Ausschreibung des Gablitzer Wasserleitungsnetzes und erteilt dann dem Bestbieter den Zuschlag?

8. Im Kaufvertrag ist kein Rückkaufsrecht des Wasserleitungsnetzes durch die Gemeinde Gablitz enthalten, zB wenn sich die EVN nicht an den Vertrag hält.

9. Wie ist das Wassertauschverhältnis zwischen EVN (NÖ) und MA31 (Wien)

10. Es ist eine Volksbefragung, aber keine Volksabstimmung. D.h. das Ergebnis ist nicht zwingend vom Gablitzer Gemeinderat umzusetzen. Eine Volksbefragung ist eher eine Art Meinungsumfrage bei der Gablitzer Bevölkerung.

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6. Das Volksbefragungs-Ergebnis:

Gablitzer Volksbefragung Wiener Wasser (Trinkwasser)Befragungszeitraum: 18. Jänner 2009, 10-16 Uhr
Insgesamt abgegebene Stimmen:  2.137, Wähler-Beteiligung: 43,69 % der Wahlberechtigten.
Ungültige Stimmen: 16
Gültige Stimmen:  2.121

Ja Stimmen:  1.781, das sind 83,97 % der gültigen Stimmen
Nein Stimmen: 340, das sind 16,03 % der gültigen Stimmen

Bei einer für Volksbefragungen recht guten Wahlbeteiligung von fast 44% hat eine deutliche Mehrheit von 84% mit JA für das Wiener Wasser gestimmt.

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7. Die neuen Eigentümer des Gablitzer Wassernetzes:

Kaufvertragsdatum: unbekannt
Das Gablitzer Wasserleitungsnetz wurde von der Gemeinde Gablitz per Stichtag 31.12.2009 an die EVN AG verkauft.

Die Aktien der EVN gehören zu:
* 51% gehören dem Land Niederösterreich
* 35% besitzt der Stromversorger und Kernkraftwerksbetreiber Energie Baden Württemberg, Deutschland, die wiederum zu 25% dem französischen Stromkonzern Électricité de France (EDF) gehört. EDF betreibt 58 Kernkraftwerke. Qu: wikipedia
* 14% der EVN Aktien sind im Streubesitz, also anonym

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